Ein KI-Pilot ist nur der Anfang. Erfolg zeigt sich, wenn KImessbaren Impact schafft und Teil des Arbeitsalltags wird. Am Panel „AI-driven: Vom KI-Pilotprojektzur unternehmensweiten Transformation“ im Rahmen der CIO Forward diskutierten Klaudia Ebner (EVN Wärmekraftwerke), Christoph Praschl (VERBUND) und Nikolaus Marek (IBMTechnology Austria) über die entscheidenden Faktoren für den erfolgreichen Einsatz von KI in Unternehmen. Moderiert wurde die Session von Andreas Windisch (AI Austria).
Klaudia Ebner (EVN)
Klaudia Ebner von EVN Wärmekraftwerke betonte die Notwendigkeit, KI-Projekte strategisch zu verankern. Unternehmen müssen klar kommunizieren, welche Schwerpunkte sie setzen und welchen Mehrwert KI liefern soll. Dabei spielt die IT-Abteilung eine zentrale Rolle als Enabler, nicht als Kontrollinstanz. Ein abgestimmter Tech-Stack und zentrale Governance-Strukturen sind essenziell, um Projekte effizient umzusetzen. Gleichzeitig ist die richtige Kultur entscheidend: Mitarbeitende müssen ermutigt werden, Neues auszuprobieren, und Fehler müssen als Lernchancen gesehen werden. Für die erfolgreiche Transformation sind drei Komponenten wichtig:
Christoph Praschl (VERBUND)
Christoph Praschl von VERBUND schilderte, wie aus zahlreichen KI-Piloten Schritt für Schritt unternehmensweite Lösungen entstehen. Mit dem Ansatz „ESO“ (eliminieren, strukturieren, optimieren) werden Prozesse gemeinsam von Prozess-, Fachbereichs- und Technologie-Expert:innen analysiert. Das Ziel besteht darin, Mitarbeitende aktiv zu befähigen (Empowerment), eigene Prozesse zu verbessern und KI-Lösungen mit Mehrwert einzusetzen. Nur wenn Proof-of-Concepts kulturell verankert und tatsächlich umgesetzt werden, kann die Transformation gelingen.
Nikolaus Marek (IBM Technology Austria)
Auch Nikolaus Marek von IBM Technology Austria hob hervor, dass Transformation eine Frage der Einstellung ist. Mitarbeitende werden bei IBM mit praxisnahen Challenges zum Mitmachen motiviert. Gleichzeitig ist ein klarer Fokus auf Nutzen, KPIs und messbare Ergebnisse entscheidend. Projekte, in denen repetitive Prozesse durch KI automatisiert werden, liefern besonders schnell einen Mehrwert. Marek empfahl, Tools für KI-Sparring einzusetzen, Feedbackschleifen zu etablieren und Neues iterativ weiterzuentwickeln.
Fazit:
Eine unternehmensweite KI-Transformation kann nur dann nachhaltig gelingen,wenn Technologie, Prozesse und Kultur konsequent zusammengedacht werden. Dafür braucht es Mut, eine klare strategische Zielsetzung, zentrale Governance-Strukturen und eine Fehlerkultur, die Experimente zulässt und Lernen ermöglicht.
Entscheidend ist dabei die aktive Einbindung der Mitarbeitenden. Es braucht das Zusammenspiel von fachlicher Expertise und aller potenziellen Anwender:innen. Denn ein gelungenes KI-Pilot-Projektist lediglich ein Anfang. Der eigentliche Erfolg beginnt, wenn im Einsatz messbarer Impact entsteht und KI selbstverständlich in den unternehmensinternen Arbeitsalltag integriert ist.
Die CIO Forward ist eine Kooperation von AI Austria, Business Circle und IBM Austria und brachte CIOs, IT-Profis und Experten zusammen, um praktische KI-Erfahrungen zu diskutieren. Codara gestaltete das Konzept und das Programm.
Foto: Anna Scherfler für Business Circle