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Regulatory Monitoring und die Grenzen des manuellen Ansatzes

Geschrieben von Codara Legal Compliance News | May 11, 2026 1:33:07 PM

Espresso-Talk: Warum Legal Compliance auf Autopilot kein Luxus ist! Im Rahmen der Business-Circle-Konferenz Compliance Now in Frankfurt führten Bernhard Landrichter, CEO von Codara, und Stephanie Maier-Herbeck, Rechtsanwältin bei der Kooperationskanzlei CERHA HEMPEL, einen sogenannten Espresso-Talk über den Status-quo der Legal Compliance in Unternehmen. Im Fokus stand die Frage, wie sich die steigende regulatorische Dichte mit herkömmlichen Methoden noch bewältigen lässt.

 

Ein Blick auf die aktuelle Praxis des Regulatory Monitorings


Bernhard Landrichter beobachtet in der Unternehmenspraxis eine deutliche Diskrepanz: Während stark regulierte Sektoren wie die kritische Infrastruktur bereits strukturiertere Prozesse etabliert haben, wird für das Legal Compliance in anderen Branchen noch der herkömmlicher Ansatz eingesetzt:  Die Nutzung manueller Excel-Listen führt häufig zu einem ineffizienten „Pingpong” zwischen Rechts- und Fachabteilungen.  

Das Problem dabei ist, dass manuelle Prozesse nicht nur mühsam und ressourcenintensiv, sondern vor allem fehleranfällig sind. Ein Newsletter der Rechtsabteilung reicht oft nicht aus, um die notwendige Informationstiefe in den Fachbereichen sicherzustellen.  


Die wirtschaftliche Grenze der menschlichen Analyse



Stephanie Maier-Herbeck betonte die enorme Herausforderung bei der Einhaltung von Betreiberpflichten, Umweltrecht oder Anlagensicherheit. Die Geschwindigkeit, mit der sich Gesetze ändern, macht eine rein menschliche Analyse heute problematisch.

Laut Maier-Herbeck ist die lückenlose manuelle Überwachung von Gesetzesänderungen für Unternehmen schlicht zu zeitintensiv und damit zu teuer. In der notwendigen Granularität ist die Aufgabe zu einem wirtschaftlich akzeptablen Preis kaum noch leistbar. Hier setzt die Kooperation zwischen CERHA HEMPEL und Codara an: Die KI übernimmt die zeitaufwändige Vorarbeit der Strukturierung und Analyse, damit die juristische Bewertung effizient erfolgen kann.

Die Frage, ob sich Jurist:innen durch die Einführung von KI-gestütztem Rechtsmonitoring die Arbeit wegnehmen, beantwortet Bernhard Landrichter mit einem klaren „Nein”. Die Geschwindigkeit und der Umfang von Gesetzesänderungen sind zu hoch, die Inhalte sind zu komplex und für Nicht-Jurist:innen nicht leicht zu verstehen. Die Arbeit bleibt also den rechtlichen Expert:innen.


Haftung und Transformation 

Ein zentraler Punkt des Gesprächs war die Haftungsthematik. Hier gilt laut Stephanie Maier-Herbeck das klare Prinzip: Die KI kann unterstützen, aber sie haftet nie. Die Verantwortung verbleibt immer beim Menschen, der die KI einsetzt. Die finale juristische Entscheidung und die strategische Einordnung im Unternehmen müssen jedoch durch Expert:innen erfolgen.  

Bernhard Landrichter ist der Meinung, dass die Einführung von KI-gestütztem Rechtsmonitoring nicht nur ein Software-Projekt ist, sondern auch ein Umdenken bei den Verantwortlichen erfordert. Es geht darum, manuelle, unstrukturierte Abläufe durch automatisierte Prozesse zu ersetzen, um die Kontrolle über die regulatorischen Anforderungen zurückzugewinnen und Haftungsrisiken proaktiv zu minimieren.

Die Compliance Now! Deutschland fand am 7. und 8. Mai 2026 in Seeheim-Jugenheim bei Frankfurt statt. Wir bedanken uns für die Einladung. Foto-Credit: Katharina Zwettler

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